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Neuer Architektur-Rundgang: Dem Wind auf der Spur

Wind ist unsichtbar. Und doch zeigt er sich – gerade auch im Wald: Er bringt Blätter zum Tanzen, kühlt die Luft, pfeift durch die Bäume oder wirbelt alles durcheinander. Vierzehn Installationen im Waldlabor machen ihn jetzt erlebbar, jede auf ihre eigene Art.

Was macht einen guten öffentlichen Raum aus?

Wer sich dieser Tage dem Osteingang des Waldlabors nähert, hört vielleicht plötzlich ein Pfeifen. Es stammt von einer Bambuskonstruktion aus grossen Flöten, die zum Lauschen und Verweilen einlädt. Gebaut wurde sie von einer Gruppe Architekturstudierender der ETH im Rahmen des Semesterkurses «Public Space Behaviorology», zu Deutsch: Verhaltenskunde des öffentlichen Raums.

Das Ziel des Kurses: untersuchen und verstehen, was einen guten öffentlichen Raum ausmacht. Nicht nur theoretisch, sondern auch in Form von Feldforschung und praktischen Eingriffen. In diesem Semester stand der Wind im Wald im Zentrum – als Naturelement, als sinnliche Erfahrung und Mitgestalter des Raums. Geleitet wird der Kurs von Prof. Momoyo Kaijima.

Vierzehn Orte, vierzehn Antworten

Die Arbeiten der Studierenden sind so vielfältig wie der Wald selbst. Gut achtzig Personen, aufgeteilt in 6er-Teams, haben Monate damit verbracht, das Verhalten der Waldbesuchenden zu beobachten, Windmuster zu kartieren, Materialien zu testen und mit Holzverbindungen zu experimentieren. Entstanden sind vierzehn Installationen, die alle auf einen anderen spezifischen Standort im Wald reagieren. Hier fünf davon:

Die Installation Sound Pavilion kombiniert Bambusflöten mit Sitzgelegenheiten – weht der Wind, lässt sich dem Pfeifkonzert lauschen (Bild: Tanguy Caversaccio)
Die Wind Latern ist ein grosser Holzring um die Feuerstelle bei der Holderbachhütte herum. An der Konstruktion hängen wiederverwertete Segeltücher herab (BIld: Tanguy Caversaccio)
Die Installation Channeling the Wind übersetzt den Wind aus einer unsichtbaren atmosphärischen Erscheinung in ein räumliches Erlebnis (Bild: Tanguy Caversaccio)
Windwoven ist ein halb geschützter Treffpunkt am Waldrand aus Baumstämmen, Brettern und geflochtener Weide (Bild: Tanguy Caversaccio)
Arachne ist eine begehbare Installation, die den Wind und das Mikroklima des Holderbachtobels unmittelbar wahrnehmbar macht (Bild: Tanguy Caversaccio)

Wer jetzt Lust bekommen hat, die Installationen selber zu entdecken, hat bis Anfang Oktober die Gelegenheit dazu (Einige anfälligere Konstruktionen werden schon früher abgebaut). Die Werke sind alle in der Waldlabor-App aufgeführt und können als Rundgang besucht werden. Vorkenntnisse sind keine erforderlich – nur die Bereitschaft, sich auf einen Dialog mit dem Wind und dem Wald einzulassen.

Jetzt Installationen entdecken

Der Rundgang startet beim Eingang Ost des Waldlabors. Unsere App leitet Sie von einer Installation zur nächsten. Viel Vergnügen!

Tipp: Starten Sie den Rundgang vor Ort im Wald auf Ihrem Handy – entweder mit einem Klick auf diesen Button oder über die Waldlabor-App (hier installieren)

Rundgang starten

Quellenangaben

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