
Das Waldlabor Zürich blickt auf ein Jahr zurück, das von Vermittlungsarbeit und wachsendem Interesse am Wald geprägt war. Waldwissen anschaulich und praxisnah weiterzugeben, ist heute wichtiger denn je – angesichts von Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und nachhaltiger Waldbewirtschaftung.
Mit Führungen, Workshops und Veranstaltungen konnten wir im vergangenen Jahr viele Türen öffnen: für Kinder und Jugendliche, die den Wald mit allen Sinnen erleben; für Erwachsene, die ein vertieftes Verständnis für die Bewirtschaftung unserer Wälder gewinnen; und für Waldprofis, die sich mit uns über Waldentwicklung, Pflegekonzepte und ökologische Zusammenhänge austauschen.

Im Waldlabor setzen Fachpersonen und Forschende vielfältige Projekte um: Anschauungsprojekte machen die Vielfalt der Waldbewirtschaftung und der Baumarten sichtbar, Forschungsprojekte liefern neue Erkenntnisse und Vermittlungsprojekte schaffen Raum für den Wissenstransfer. 2025 standen dabei zentrale Fragen rund um einen zukunftsfähigen Wald im Zentrum.
Im Waldlabor entsteht eine der grössten Lebendsammlungen mitteleuropäischer Gehölzarten, ein Arboretum. Das ist wie ein Zoo, nur eben für Bäume und Sträucher. Ziel unseres Arboretums ist es, alle gut 400 für Mitteleuropa wichtigen Baum- und Straucharten zugänglich zu machen. Gezeigt werden vor allem einheimische Arten, aber auch ausgewählte Exoten und potenzielle Neueinwanderer, die im Zuge des Klimawandels an Bedeutung gewinnen könnten. Das Anschauungsprojekt macht Artenvielfalt erlebbar und eröffnet den Blick auf mögliche Zukunftsbaumarten.

Mit dem Abschluss der ersten Planz-Etappe haben wir 2025 ein Meilenstein erreicht: Rund die Hälfte der geplanten Arten steht heute im Arboretum. Damit nicht nur die stärksten Arten überleben, braucht es viel Pflege – vom Zurückschneiden der Brombeeren über Einzelbaumpflege bis zum Schutz vor Wildverbiss. Fachlich geleitet wird das Projekt vom ETH-Baumspezialisten Andreas «Butsch» Rudow.
Wie wächst ein Baum? Welche Daten brauchen wir, um den Wald nachhaltig zu nutzen? Und welche Wälder sind besonders artenreich? Um wissenschaftliche Themen wie diese zugänglich zu machen, hat die Eidg. Forschungsanstalt WSL im Waldlabor einen interaktiven Rundgang lanciert. Unter der Leitung der Waldspezialistin Dr. Kathrin Streit sind acht Themenstationen entstanden, die spannendes Wissen über Habitatbäume, das Waldklima oder die Rolle von Totholz vermitteln.

Ein weiteres Forschungsprojekt richtet den Blick auf die Frage, wie unterschiedliche Bewirtschaftungsformen das Mikroklima eines Waldes beeinflussen – und damit auch seine Klimaresilienz. Ergänzend zu einer bereits länger untersuchten Dauerwaldfläche wurde das Monitoring 2025 um eine Vergleichsfläche in unserem zweischichtig bewirtschafteten Mittelwald erweitert. Geleitet wird das Projekt vom Hydrologen Dr. Marius Floriancic und seinem Team der ETH.
Herzstück des Projekts ist ein 18 Meter hoher Messturm. Er misst Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Sonnenstrahlung in acht verschiedenen Höhen. Als nächster Schritt sind zusätzliche Feuchtigkeitssonden geplant, um auch im Boden den Wasserhaushalt genauer zu erfassen. Wir sind gespannt auf erste Resultate!

Wissensvermittlung gehört zu den zentralen Aufgaben des Waldlabors. Im vergangenen Jahr durften wir an unseren Führungen, Workshops und Anlässe fast 1'800 Personen begrüssen – Laien ebenso wie Fachpersonen. Die Anlässe werden hauptsächlich durch unser Exkursionsleiter-Team und die Projektleitenden durchgeführt.

Besonders erfreulich ist, dass inzwischen Ausbildungsstätten aller Stufen – von Berufsschulen bis zur ETH – die Vermittlungsangebote des Waldlabors nutzen. Nebst unseren Anlässen im Waldlabor konnten wir auch mit externen Vorträgen rund 250 Personen erreichen.

Ein Höhepunkt des Jahres war der Walderlebnistag im Juni. Unter dem Motto «Wissen, was unseren Wald stark macht» lud das Waldlabor die Zürcher Bevölkerung zu einer grossen Thementour mit 15 Stationen ein. Fachleute aus unseren Träger- und Partnerorganisationen vermittelten praxisnahe Einblicke in die aktuelle Waldforschung, den Lebensraum Wald und seine Pflege.


Auch Familien kamen auf ihre Kosten: Kinder konnten Totholz unter dem Mikroskop erforschen, Waldkunst gestalten oder spielerisch die Artenvielfalt entdecken. Dazwischen bot die Waldschenke Raum für Begegnung und Austausch. Der Walderlebnistag zeigte einmal mehr, wie viel möglich wird, wenn Fachwissen, Engagement und Vernetzung zusammenkommen – ein starkes Zeichen für den Wald von morgen.


Im vergangenen Jahr war das Waldlabor auch international präsent. Gleich zwei Konferenzen nutzten das Gelände für Workshops und Exkursionen zu Waldfragen. Über 200 Fachleute und Forschende aus ganz Europa kamen ins Waldlabor und unterstrichen dessen Bedeutung als Reallabor an der Schnittstelle von Forschung, Praxis und Vermittlung.

Das Jahr 2025 hat gezeigt, wie viel möglich wird, wenn Forschende, Forstpraktiker und Menschen mit Begeisterung für den Wald zusammenkommen. Unser herzlicher Dank gilt dem Exkursionsleitungs-Team, den Projektleitenden, der Trägerschaft, unseren Sponsoren und Gönnermitgliedern. Mit ihrem Engagement tragen sie dazu bei, den Wald von morgen besser zu verstehen, seine nachhaltige Pflege zu stärken und ihn für kommende Generationen zu bewahren.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie dem Waldlabor Zürich, den Wald zu erforschen, Wissen weiterzugeben und die nachhaltige Waldpflege zu fördern – damit der Wald auch für kommende Generationen erhalten bleibt.
Gerne können Sie sich auch als Gönnermitglied oder mit Ihrem Unternehmen als Sponsor für das Waldlabor engagieren.